Transplantation der Lunge

Die Ärzte am Essener Zentrum für Thorakale Transplantation greifen auf ein langjährigen Erfahrungs- und Wissensschatz zurück.

Diese früher noch als außergewöhnlich geltenden Operationen haben sich zu Routineverfahren entwickelt. Bis heute wurden über 600 Lungen hier am Zentrum transplantiert.

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durchgeführte Lungentransplantationen

Verschiedenste Lungenerkrankungen im Endstadium können die Indikation für eine Lungentransplantation darstellen nachdem alle konservativen und alternativen chirurgischen Therapiemöglichkeiten ausgeschöpft sind.

Grundsätzlich kann man dabei zwei Gruppen von Lungenerkrankungen unterscheiden: Solche, die das Lungengewebe betreffen (parenchymatöse Erkrankungen) und Erkrankungen, die die Lungengefäße betreffen (vaskuläre Erkrankungen).

Bei der Lungentransplantation erfolgt die Eröffnung des Brustkorbes entweder über einzelne separate Schnitte entlang der Rippen (anterolaterale Thorakotomie) oder zusätzlich mit einer queren Durchtrennung des Brustbeins (Clamshell Inzision).

Fasll erforderlich wird während der Operation der Gasaustausch und der Kreislauf durch eine extrakorporale Membranoxygenierung (ECMO) unterstützt. Dieses Verfahren ist wesentlich schonender als die früher verwendete Herz-Lungenmaschine und kann für den Zeitraum der Transplantation oder – falls erforderlich – auch in der ersten Phase danach die eigene Organfunktion unterstützen. Detaillierte Vorgehensweise bei der Operation können die in unserer Patienten-Informationsbroschüre weiterlesen.

Nach der Transplantation ist eine Unterdrückung des Immunsystems notwendig, damit das fremde Organ nicht abgestoßen wird. Diese Immunsuppression richtet sich aber nicht nur gegen das fremde Organ, sondern setzt die Abwehrkräfte des Körpers gegen Krankheitserreger wie Bakterien, Viren oder Pilze insgesamt herab. Deswegen ist die Kombination und Dosierung der Immunsuppression permanent ein Balanceakt zwischen der Unterdrückung der Abstoßungsreaktionen einerseits und dem Risiko der damit verbundenen erhöhten Infektanfälligkeit andererseits.

Akute Abstoßungsreaktionen und Infektionen mit Bakterien, Viren oder Pilzen zählen zu den häufigsten Komplikationen in den ersten Monaten nach einer Lungentransplantation, sind jedoch mit modernen Medikamenten in der Regel gut zu beherrschen. Auch eine Verschlechterung der Funktion von anderen Organen (Niere, Leber) könnte in der postoperativen Phase als Folge von der Operation oder als Nebenwirkung von Medikamenten auftreten.

Abhängig vom muskulären Zustand und der Gesamtsituation vor der Transplantation kann ein längerer Aufenthalt auf der Intensivstation erforderlich sein. Eine intensive physiotherapeutische Betreuung zur Unterstützung der Umstellung des Atemmusters und der Wiedererlangung der Mobilität ist dabei ein entscheidender Faktor und wird routinemäßig durchgeführt.

Eine langfristige Komplikation ist das chronische Transplantatversagen (CLAD, chronic lung allograft dysfunction). CLAD gilt als Überbegriff für verschiedene Ausprägungen des chronischen Transplantatversagens. Klinisch werden anhand der Lungenfunktion und Bildgebung verschiedene Erscheinungsformen unterschieden. Behandlungsmöglichkeiten liegen in einer Umstellung der Immunsuppression, weiteren medikamentösen Therapien, der extrakorporalen Photopheresetherapie und in Einzelfällen auch einer Retransplantation.

Warteliste

Vor der Anmeldung auf die Warteliste erfolgt ein umfangreicher Check-up. Ein Teil davon, z.B. die Vorsorgekonsile werden in der Regel durch den  Hausarzt oder den Pneumologen veranlasst. Die Komplettierung der Listungsuntersuchungen (umfangreiche Untersuchungen es Blutes, Untersuchungen des Herz-und Kreislaufssystems, Magen-Darmspiegelung, Computertomografien usw. ) werden im Rahmen eines stationären Aufenthaltes in unserer pneumologischen Abteilung für Lungentransplantation durchgeführt.

Während der Wartezeit erfolgten regelmäßige stationäre Kontrollen am Transplantationszentrum zur Erhebung  der aktuellen Daten für die Bestimmung des Lung Allocation Score (LAS).  

Falls der Patient nicht transplantabel ist (akute Erkrankung), muss dies dem Transplantationszentrum sofort mitgeteilt werden. Der Patient muss rund um die Uhr an allen Wochentagen für den Fall eines Organangebotes  erreichbar sein. Änderungen der Telefonnummer/Adresse müssen dem Transplantationszentrum mitgeteilt werden.

Vor der Aufnahme auf die Warteliste findet nach den Richtlinien der Bundesärztekammer eine interdisziplinäre Konferenz statt. In dieser Konferenz entscheiden mindestens fünf Ärzte, wovon einer unabhängig vom Transplantationsprogramm sein muss, ob alle Bedingungen für die geplante Wartelistenaufnahme erfüllt sind.

Regelmäßig werden alle Transplantationsprogramme von der Prüf- und Überwachungskommission der Bundesärztekammer stichprobenhaft überprüft.

Warteliste TX-Büro UKE

Dr. med. Nikolaus Pizanis

Oberarzt Bereich Thorakale Transplantation

PD Dr. Achim Koch

Oberarzt Bereich Thorakale Transplantation

Sylvia Günther

Transplantationskoordinatorin

Öffnungszeiten

Mo – Do7:30 – 16:00
Fr7:30 – 14:30

Kontakt

Telefon0201 723 – 4911
Fax0201 723 – 5471

Warteliste TX Büro Ruhrlandklinik

Dr. Vasiliki Besa

Oberärztin Bereich Lungentransplantation / Pneumologie

Dr. med. Vera Ennekes

Oberärztin Bereich Lungentransplantation / Pneumologie

Eva Jeenel

Transplantationskoordinatorin
Telefon0201/ 433-4632Fax0201/ 433-1406

Öffnungszeiten

Mo – Do9:00 – 15:00
Fr9:00 – 14:00

Kontakt

Telefon0201 433 – 4632
Fax0201 433 – 1406

Transplantationschirurgie

PD Dr. Achim Koch

Oberarzt Bereich Thorakale Transplantation

Dr. med. Nikolaus Pizanis

Oberarzt Bereich Thorakale Transplantation

Dr. med. Stephane Collaud

Oberarzt Bereich Thoraxchirurgie (Ruhrlandklinik)

Dr. med. Daniel Valdivia

Oberarzt Bereich Thoraxchirurgie (Ruhrlandklinik)

Transplantationsambulanz

In der Transplantationsambulanz, auch Nachsorgeambulanz, werden sie nach Ihrer Transplantation lebenslang betreut.

Die Nachsorge erfolgt durch die Transplantpneumologen zunächst in den thoraxchirurgischen Intensivstationen und nach Stabilisierung des Patienten auf der Normalstation für Lungentransplantation, wo der Patient nach der Operation bis zur Entlassung in die Anschlussheilbehandlung  weiterbetreut wird.. Nach Abschluss der stationären Behandlung erfolgt in der Frühphase nach Transplantation zunächst zwei bis dreimal pro Wocheeine ambulante Kontrolle. Dabei werden Blutuntersuchungen und Lungenfunktionstestungen durchgeführt. Bei stabiler Transplantatfunktion erfolgen die Kontrollen dann in längerem Intervall und in Zusammenarbeit mit Ihrem niedergelassenen Arzt.

Ansprechpartner

Dr. Vasiliki Besa

Oberärztin Bereich Lungentransplantation / Pneumologie

Dr. med. Vera Ennekes

Oberärztin Bereich Lungentransplantation / Pneumologie

Martina Föhring

Medizinische Fachangestellte

Öffnungszeiten

Mo – Do9:00 – 15:00
Fr9:00 – 14:00

Kontakt

Telefon0201 433 – 4520
Fax0201 433 – 1464